Mammut, Faustkeil, Jagdmagie

Altsteinzeit und Bilderhöhlen in Nordspanien

 

Die paläolithischen Bilderhöhlen Nordspaniens sind vom Massentourismus bisher verschont geblieben. Es scheint, als hätte man in den vergangenen Jahrzehnten wesentlich weniger Werbung betrieben, als es für die französischen Exemplare getan wurde.

 

Neben Altamira gibt es keine weiteren Höhlen, die der breiten Öffentlichkeit wirklich bekannt sind - doch die Anzahl an archäologischen Highlights ist umwerfend. Wer in der Gegend bereits paläo-archäologisch unterwegs war, behauptet gerne, dass Spanien für Begeisterte wesentlich mehr bietet, als Frankreich und das können wir aus eigener Erfahrung bestätigen. Die Besuche in den Höhlen sind viel freier, viel enger mit den Kunstwerken verbunden. Durch die geringen Gruppengrößen bei den Höhlentouren sind die Malereien, Ritzungen und Finger-strichzeichnungen aus nächster Nähe zu Bestaunen - und das in einer der geologisch schönsten Kulturlandschaften Europas: dort, wo die Berge das Meer beinahe berühren und man von sonnigen Sandstränden aus schneebedeckte Kuppen sehen kann.

Auch eine polychrome Höhle ist auf dem Programm und sie stellt die letzte zugängliche Höhle Frankreichs, Font-de-Gaume, tatsächlich in den Schatten - die atemberaubende Höhle von Tito Bustillo.

In Kooperation mit:


Sei dabei und erkunde diese faszinierende Epoche unserer Vergangenheit und die wunderschöne Küstenlandschaft Nordspaniens gemeinsam mit Anita Soós, einer Archäologin mit Altsteinzeitschwerpunkt, die kaum eine Höhle Frankreichs und Spaniens noch nicht gesehen hat.

 

Reiseprogramm, Termin, Preise und weitere Bilder findest du weiter unten!

 

Exkursionstermin:

SO 28. Juli - MO 5. August 2019

 

Exkursionsbeitrag:

€ 2.225,- im Doppelzimmer mit Halbpension und Flügen ab München/bis Bilbao. Einzelzimmerzuschlag € 283,- pP.

 

Gruppengröße: min. 15 Teilnehmer

 

Hinweis: 
Für den Besuch mancher Höhlen ist ein leichter Anstieg zu bewältigen und daher moderate Fitness notwendig. Bei Unsicherheit informieren wir gerne über die genauen Details.

 

Veranstalter dieser Reise ist das Reiseparadies Kastler.

 

 

 

Leistungen:

  • 8 Übernachtungen mit Frühstück in 3* u. 4*-Hotels
  • 8 Abendessen in den Hotels
  • 1 x Lunchpacket
  • Flüge München–Bilbao–München (Zubringerflüge buchen wir gerne für Sie)
  • Alle Transfers in klimatisiertem Reisebus
  • Lokale Führungen in Bilbao und Burgos
  • Höhlen: Cullalvera, Covalanas, El Pindal, Tito Bustillo, Altamira, El Castillo, Las Monedas, El Pendo, Ekainberri
  • Eintritte: 
    Bilbao: Baskisches Museum, Santander: Archäologisches Museum, Burgos: Kathedrale, Museo de Burgos und Museo de la Evolución Humana
  • Führung Ausgrabung und Archäologischer Park in Atapuerca
  • Steuern 

Reiseprogramm

Bilbao
Bilbao

1. Tag: Anreise

 

Ankunft und Begrüßung am Flughafen Bilbao, Transfer ins Hotel in Bilbao. Am späten Nachmittag Einführungsvortrag und Einstimmung auf die Reisewoche. Gemeinsames Abendessen.

 

2. Tag: Ekainberri und Stadtführung Bilbao

 

Ekainberri ist die Nachbildung der 1969 entdeckten baskischen Bilderhöhle von Ekain – von unseren Vorfahren vor 18.000 -12.000 Jahren vor heute reich geschmückt mit Darstellungen von Wildpferden, Steinböcken, Wisenten, Hirschen, Bären und sogar einem Lachs. Besonders hervorzuheben ist die Mehrfarbigkeit der Bilder und die Verwendung von violettem Manganoxid, das die eiszeitliche Tierwelt geradezu magisch anmuten lässt.  Im Zuge der Anerkennung des UNESCO Weltkulturerbe-Status wurde 2008 die Nachbildung mit viel Liebe zum Detail errichtet, um die Öffentlichkeit an diesem einzigarten Kulturdenkmal mit allen Sinnen teilhaben zu lassen.

 

Mittags fahren wir wieder in die baskische Hauptstadt zurück, wo wir uns nach dem Mittagessen von einem lokalen Guide zu den Sehenswürdigkeiten Bilbaos entführen lassen, wie z.B. der Kathedrale von Santiago, der Plaza Nueva oder dem Mercado de la Ribera.

 

Anschließend steht noch ein Besuch des Baskischen Museums auf dem Programm, in welchem die archäologischen Schätze des Baskenlandes bewundert werden können.

 

Der Eingang zur riesigen Höhle von Cullalvera
Der Eingang zur riesigen Höhle von Cullalvera

3. Tag: Cueva de Covalanas, Cueva de Cullalvera und Santander

Der heutige Tag führt uns nach Kantabrien, zu zwei außergewöhnlichen Höhlen nahe der Kleinstadt Ramales de la Victoria: Covalanas und Cullalvera.

 

Covalanas wurde als zweite bemalte Höhle nach Altamira im Jahre 1903 entdeckt. Ihre Besonderheit wurde nach ersten Ausgrabungen ohne jegliche Funde schnell klar – diese Höhle war nie bewohnt gewesen und diente rein künstlerischen Zwecken. Überwiegend weibliches Rotwild wurde mit einfacher Fingertupftechnik erstaunlich lebhaft und berührend auf den Felswänden dargestellt.  Gewisse Details und die Ähnlichkeit des Stils lassen darauf schließen, dass alle Bilder von Covalanas von einer einzigen Person in einem Anlauf, zwischen 18.000 – 20.000 Jahren vor heute, gefertigt wurden; möglicherweise stammte der Künstler aus der Sippe, die vor der darunterliegenden Höhle El Mirón ihr Lager aufgeschlagen hatte.

 

Cullalvera ist eine der größten paläolithischen Bilderhöhlen, aus deren Eingang einem ein kräftiger, kalter Wind entgegenbläst. Die Eingangshalle wurde während des spanischen Bürgerkrieges sogar als Garage für militärische Fahrzeuge benutzt. Die Bilder befinden sich glücklicherweise fernab von dieser, über einen Kilometer weit im tiefen Inneren. Dies ist auch der Grund, warum sie für Besucher nicht zu besichtigen sind, gefährliche Klettermanöver wären notwendig, um sie zu erreichen. Ihr Reiseführer wird Ihnen jedoch neu entdeckte, geheime Bemalungen am Eingang der Höhle zeigen.

 

Den Abschluss dieses Tages bildet ein Besuch der Hafenstadt Santander sowie des Kantabrischen Museums für Urgeschichte. 

 

Ausblick von der Burg von San Vincente de Barquera
Ausblick von der Burg von San Vincente de Barquera

4. Tag: El Pindal und San Vicente de la Barquera

Nach dem Frühstück fahren wir zur äußerst imposant, direkt am Meer gelegenen Höhle von El Pindal in Asturias. Heute beeindruckt die Lage der Höhle allein durch die rauen Klippen und den Felsbogen über den Wellen, im Paläolithikum war der Meeresspiegel jedoch um einiges niedriger und der Eingang mehrere Kilometer von der Küste entfernt. Nichtsdestotrotz wartet El Pindal mit wundervollen Darstellungen der eiszeitlichen Fauna auf – unter anderem einem einzigartigen Fisch-Mischwesen sowie dem einzigen Mammut in ganz Spanien, das öffentlich besichtigt werden kann.

 

Anschließend fahren wir zum individuellen Mittagessen in die pittoreske Hafenstadt San Vicente de la Barquera, die auch zu einem ausgedehnten Spaziergang zur Burg, der Kirche Santa María de los Ángeles sowie den Stadtmauern einlädt. Der historische Ortskern wurde 1987 zum Kulturgut Kantabriens erklärt. Wer eine Kulturpause einlegen möchte, findet sicherlich am Strand Zerstreuung. 

 

Das pittoreske Hafenstädchen bei der Höhle Tito Bustillo
Das pittoreske Hafenstädchen bei der Höhle Tito Bustillo

5. Tag: Tito Bustillo, Ribadasella und Altamira

Heute erwartet uns ein echtes Highlight: eine der wenigen polychromen, also mehrfarbig bemalten Höhlen der Altsteinzeit, die für die Öffentlichkeit noch zugänglich sind. Erst 1968 durch Speläologen entdeckt und 2008 zum Weltkulturerbe ernannt, bietet sie nicht nur wunderbare, in großer Menge vorhandene Eiszeitkunst, sondern auch spektakuläre Stalaktiten und Stalagmiten. Neun getrennte Phasen, in denen unsere Vorfahren die Höhle zum Dekorieren aufsuchten, konnten festgestellt werden. 

 

Das individuelle Mittagessen kann anschließend im Küstenstädtchen Ribadasella eingenommen werden, wo auch ein Strandspaziergang lohnt.

 

 

Den krönenden Abschluss bildet der Besuch der weltberühmten Nachbildung von Altamira – die riesigen, mehrfarbigen Darstellungen von Wisenten und anderen Tieren sowie möglichen Menschendarstellungen erwecken die eiszeitliche Welt für uns wieder zum Leben. 

 

Der Eingang zur Höhle Pasiega, die wir bei unserem Besuch von Las Monedas passieren.
Der Eingang zur Höhle Pasiega, die wir bei unserem Besuch von Las Monedas passieren.

6. Tag: El Castillo, Las Monedas, Santillana del Mar und El Pendo

Nach dem Frühstück führt uns unser Programm nur wenige Kilometer weiter, zum Monte Castillo am Rio Pas. Hier befinden sich gleich mehrere Höhlen nebeneinander, von denen wir zwei besichtigen können: El Castillo und Las Monedas.

Während Las Monedas vor Allem wegen ihrer geologischen Formationen und der Grabungsergebnisse interessant ist, wartet El Castillo mit der möglicherweise ältesten Höhlenkunst Spaniens auf: Darstellungen von Steinböcken, Boviden, Pferden und Wild gehören zu den jüngeren, die einfacheren Formen wurden jedoch mittels Uran-Thorium Methode in die Zeit vor 40.000 Jahren datiert, wodurch sie älter wären, als die Bilder von Chauvet.

Das Mittagessen kann individuell in der mittelalterlichen Stadt Santillana del Mar eingenommen werden. Wer Lust hat, sollte sich auf keinen Fall eine kleine Erkundungstour durch die engen Gässchen mit schmucken Cafés, die Churros con Chocolate servieren, entgehen lassen.

 

Am Nachmittag widmen wir uns El Pendo, wo uns ein fast neun Meter langes, bemaltes Fries erwartet, welches von unseren Vorfahren vor 20 -19.000 Jahren gefertigt wurde – wurde es beleuchtet, war es aus allen Ecken der riesigen Höhle sichtbar gewesen. Um dieses Paneel bemalen zu können, benötigten die eiszeitlichen Künstler ausgeklügelte Gerüste. Der Fundort ist auch bekannt für die zahlreichen portablen Kunstobjekte, welche sogar Nachbildungen des Frieses sein könnten. 

 

Die Kathedrale von Burgos
Die Kathedrale von Burgos

7. Tag: Burgos, Stadtführung und Nationalmuseum

Nach dem Frühstück verlassen wir Kantabrien und fahren in die ehemalige Krönungsstadt der Könige von Kastilien: Burgos.

 

Bei einer Stadtführung flanieren wir durch das historische Zentrum mit der beeindruckenden gotischen Kathedrale sowie mehreren mittelalterlichen Klosteranlagen zum Nationalmuseum, einer regelrechten Schatzkammer für Funde aus allen Epochen der Archäologie rund um die Provinzhauptstadt. Das Gebäude selbst verdient um seiner selbst willen schon einen Besuch, handelt es sich doch um einen prachtvollen Renaissancepalast. 

Ausgrabungen in Atapuerca 2010
Ausgrabungen in Atapuerca 2010

8. Tag: Atapuerca Archäologiepark, Ausgrabungen und Museum für Menschliche Evolution

Den krönenden Abschluss unserer Reise in die Altsteinzeit bildet der heutige Tage mit dem Besuch der ältesten Fundstelle: der Sierra de Atapuerca – heute UNESCO Weltkulturerbestätte. Unter anderem wurden in den Karsthöhlen hunderte Fossilien unseres weit zurückliegenden Vorfahren, des Homo Erectus oder Homo Heidelbergensis, gefunden, was zahlreiche Hinweise auf die Evolutionsgeschichte des Menschen lieferte.

Wir besuchen gemeinsam den archäologischen Park, die aktuellen Ausgrabungen sowie das einzigartige Museum der Evolutionsgeschichte der Menschen, erforschen wie sich unser komplexes Wesen über Jahrmillionen entwickeln konnte und tauchen ein letztes Mal in die Vergangenheit unserer eiszeitlichen Vorfahren ein.

 

 

9. Tag: Rückfahrt nach Bilbao und Rückflug

Quellen: Foto Kathedrale von Burgos: Von Camino del Cid - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7915597

Foto Ausgrabungen in Atapuerca 2010: Von Mario Modesto Mata - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4737513

 

Kontakt

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