Eine Mittelsteinzeitliche Siedlung

Erlebnis Archäologie 2020

Am Übergang zwischen Jäger- und Sammlertum und Sesshaftwerdung

Mesolithische Besiedlung in der Chelmno-Dobrzyn Seenregion

Archäologischer Grabungskurs für Freiwillige

Nach dem Ende der letzten Kaltzeit...

Vor rund 11.700 Jahren beginnen sich die riesigen Eismassen durch die voranschreitende Klimaerwärmung zurückzuziehen. Flora und Fauna verändern sich rasch, was den Menschen Europas nicht nur neuen Lebensraum, sondern auch eine wesentliche Änderung an Nahrungsquellen verschafft. 

Neue Nahrungsquellen - neues Werkzeug

Auffallend ist das Auftreten eines neuen Werkzeugtyps: Geschwungene Feuersteinklingen, die wahrscheinlich zum Ernten von Kräuterpflanzen dienten.

Alltag der mesolithischen Wildbeuter

Der Frage nach der Lebensweise und dem Alltag der mittelsteinzeitlichen Bewohner im heutigen nördlichen Polen, in der Nähe der bezaubernden Stadt Torun an der Weichsel, geht das Archäologenteam nach.

Sei dabei, wenn wir 2020 aktiv mitforschen!

Im Sommer 2020 dürfen wir uns an den Ausgrabungen beteiligen. Pack deine Kelle und deinen Sonnenhut und begib dich zurück in die Steinzeit!

Mesolithikum Ausgrabung Freiwillige
Freilegen einer mesolithischen Siedlungsschicht. Jedes Zettelchen markiert ein Steinwerkzeug.

Mesolithische Siedlung - Erlebnis Archäologie - Ausgrabungskurs

Kurs-Termin:

SA 25.07.2020 - SA 1.08.2020 Ausgebucht

8-tägiger Grabungskurs mit Exkursionen. 

 

Zusatz-Termin: SA 1.08. - SA 08.08.2020

8-tägiger Grabungskurs mit Exkursionen. 

 

Kursbeitrag pro Person:

ab 5 Personen € 1.350,-

ab 6 Personen € 1.210,-

bis max. 7 Personen € 1.130,-

 

Im Beitrag ist eine Spende von € 350,- enthalten, die an das Forschungsprojekt überreicht wird und der Fortführung der wissenschaftlichen Arbeit dient.

 

Nicht enthalten ist:

  • Eigenanreise nach Toruń (Abholung vom Flughafen Warschau nach Absprache möglich!)
  • Unterkunft (Wir reservieren ein gemeinsames Quartier in einem günstigen Hotel in Toruń,  das separat zu bezahlen ist)
  • Verpflegung (auf der Grabung werden wir gegen einen kleinen Unkostenbeitrag mit Mittagessen versorgt)

Hinweis:

Dieser Kurs ist keine Fachveranstaltung für Studierende der Archäologie, sondern für alle Interessierten frei zugänglich. Es werden keinerlei Vorkenntnisse benötigt.

Was beinhaltet der Kurs?

 

Intensives archäologisches Programm, bestehend aus:

  • Mitarbeit an der Ausgrabung an der mesolithischen Fundstelle
  • Ganztägige Exkursion (etwaige Eintritte sind separat zu bezahlen)
  • Alle Transporte vor Ort
  • Intensive Einschulung zum Projekt und zu Ausgrabungen im Allgemeinen sowie div. archäologische Methoden
  • Workshops zu Dokumentation und Fundbestimmung 
  • Teilnahme an archäologischen Experimenten wie z.B. der Herstellung von Birkenpech oder Steinwerkzeugen
  • Betreuung durch einen Archäologen des Vereins und das lokale Team
  • Alle benötigten Werkzeuge
  • Hilfe bei der Kursvorbereitung (Anreise, Unterkunft)

 

Kursleitung:

Universität Toruń und Erlebnis Archäologie

 

 


Eine großartige archäologische Exkursion erwartet dich!

Zusätzlich zum Grabungsprogramm erkunden wir die Umgebung und besuchen zwei bedeutende Fundstellen

Exkursion nach Biskupin Erlebnis Archäologie
Vor der eisenzeitlichen Festung Biskupin

Eisenzeitliche Festungsanlage Biskupin

Das prähistorische befestigte Dorf auf der Insel Biskupin war etwa von 700 - 400 v. Chr. besiedelt und ist heute zu weiten Teilen als archäologisches Freilichtmuseum rekonstruiert - vermutlich eines der eindrucksvollsten in ganz Europa.

Liebevoll hat man dieses ehemalige 1000-Seelen Dorf wieder aufleben lassen, Häuser nachgebaut und eingerichtet. Auch die große hölzerne Verteidigungsanlage ist anhand der Grabungsbefunde rekonstruiert und kann bestaunt werden. 

Wir können es kaum erwarten, durch dieses eisenzeitliche Handelszentrum zu flanieren!

 

 


Die megalithischen Langgräber des Kuyavian-Typs

Auch Freunde des Neolithikums kommen beim Ausflug auf ihre Kosten. Wir besuchen die megalithischen Monumentalgräber des Kuyavian-Typs und widmen uns den zweiten Teil des Tages ganz den steinzeitlichen Großsteinbauten der Trichterbecherkultur des 4. Jahrtausends vor Christus!
Die meisten dieser Gräber sind heute zerstört und durch Ackertätigkeit nur noch im Luftbild sichtbar.

 

Megalith Polen Exkursion Erlebnis Archäologie
Eines der monumentalen jungsteinzeitlichen Gräber

Torún: Unterkunft in der Heimatstadt von Nikolaus Kopernikus

Einen weiteren Anreiz für dieses Projekt bietet unsere Unterkunft in Torún - die Altstadt zählt seit 1997 zum UNESCO Weltkulturerbe und besteht fast ausschließlich aus mittelalterlichen Gebäuden. Bauten im Stil der Norddeutschen Backsteingotik, Wehranlagen, Kirchen und Paläste warten darauf, von uns im Geburtsort des berühmten Astronomen Kopernikus und Sitz des Deutschen Ordens an der Weichsel erkundet zu werden. 

Bisherige Forschungen an der mesolithischen Siedlung

Aktivurlaub auf Ausgrabung!

Ausgrabung für Freiwillige - Mesolithikum
Der Grabungsleiter erklärt die Stratigraphie

 

Ziel des Forschungsprojektes ist die vielseitige Betrachtung früh-nacheiszeitlicher Jäger- und Sammlergruppen des Chelmno-Dobrzyn Seenbezirkes. Tägliche Lebensvorgänge, Mobilität und Beziehungen zu anderen Regionen Europas sowie zur Umwelt in der direkten Umgebung.

 

Zahlreiche knapp beisammen liegende Lagerplätze konnten in den letzten Jahren durch Sondierungen neu entdeckt werden. Nun arbeitet man nicht nur daran weitere Fundplätze zu verorten, sondern auch die Beziehungen innerhalb der zeitgleichen Siedlungsstellen und deren jeweiligen Zweck zu verstehen. Dabei beschränkt sich das Forscherteam vorerst auf das Grodno-Tal, in dem derzeit sechs Fundstellenagglomerationen bekannt sind.

 

Viel verborgenes Wissen schlummert an den Ufern der Moldauseen...

Sei aktiv bei den Ausgrabungen dabei, wenn es ums Freilegen weiterer Siedlungsschichten geht!

Grabungsfunde Mesolithikum Archäologie
Eine Geschoßspitze aus Silex

Überraschend war der Fund eines reich verzierten Rentiergeweihstückes, das sich nach der Radiokohlenstoffdatierung als tatsächlich mesolithischen Ursprungs herausstellte. Gen- und Isotopenanalysen am Geweih gaben Auskunft über die mögliche Herkunfts des Tieres aus dem nordostskandinavischen Raum, was Rückschlüsse auf Migration und Austausch mit weit entfernten Regionen ziehen lässt. Da es sich bisher um den ersten Fund dieser Art in dieser Region handelt, geht man eher davon aus, dass das Geweihwerkzeug durch die Wanderung und den Tausch zwischen mehreren, unabhängigen Menschengruppen so weit in den Süden gelangt ist und nicht durch direkten Kontakt.

 

Ein wichtiges Ziel der nächsten Forschungskampagnen abseits der Ausgrabungen, ist das Inventarisieren der Feuersteinwerkzeuge und die chronologische sowie typologische Einordnung und der Vergleich zu Funden aus näherer und auch ferner Umgebung Resteuropas. Auffallend sind die typologischen Ähnlichkeiten von Geschoßspitzen der aktuellen Grabungen mit vergleichbaren Funden aus Dänemark und Südschweden.

Mesolithische Sammlergruppen in Polen - Ausgrabungen für Freiwillige

Grabungen mitmachen Mesolithikum
Die Bodenproben werden geschlämmt, um organische Kleinfunde zu bergen.

 

Das Auftreten einer ungewöhnlichen Werkzeugform, geschwungene Feuersteinklingen, veranlasste das Forscherteam deren Verwendungszweck genauer zu untersuchen. Mit Sicherheit konnte festgestellt werden, dass sie zum Ernten von stark silikathaltigen Pflanzen genutzt wurden. Glücklichen Umständen zufolge, sind die umliegenden Moore und Feuchtgebiete seit dem Beginn des Holozän nicht ausgetrocknet, was ideale Erhaltungsumstände für organisches Material wie etwa Pollen und Samen bietet. Durch deren mikroskopische Untersuchung konnte festgestellt werden, welche Pflanzen zur Zeit der mesolithischen Besiedlung gediehen. Darunter waren vor allem Riedgräser, Farne, Fieberklee, Wasserlilien, Igelkolben, Rohrkolben und Ackerschachtelhalm. Aus Gräsern stellte man Matten her und nutzte sie auch als Füllmaterial für Schlafmatten. Auch Fieberklee konnte dafür verwendet werden, neben der Möglichkeit die Knollen zu verzehren sowie aus den Blätterfasern Seile zu flechten. Ackerschachtelhalm und Fieberklee dienten sicherlich auch medizinischen Zwecken. Igelkolben bildet stärkehaltige Rhizome, die zum Verzehr geeignet sind. Rohrkolben eignen sich zur Herstellung von Geflechten, deren Blüten wiederum geben im getrockneten Zustand großartigen Zunder, der zum Feuermachen essentiell war.

 

Viele Fragen bleiben jedoch bis dato unbeantwortet. 2020 gibt es die Möglichkeit, das relativ junge Forschungsprojekt aktiv zu unterstützen und vielleicht das eine oder andere Rätsel gemeinsam zu lösen. Sei dabei, wenn wir uns mit Kelle und Spaten durch die Jahrtausende graben!

Grabungskampagne 2020 - was erwartet uns?

Die Grabungskampagne 2019 war so erfolgreich, dass die Archäologen die Ausgrabungszeit um mehrere Monate verlängern mussten. Im September wurde ein weiteres mesolithisches Gebäude gefunden, dessen Erforschung sich unser Team 2020 widmen darf. Außergewöhnliche Gruben, Feuerstellen und Steinstrukturen warten darauf, von uns freigelegt und untersucht zu werden. Wie lief der Umstieg von wildbeuterischer Lebensweise zur allmählichen Sesshaftwerdung ab? Wovon ernährten sich unsere Vorfahren, wie sah ihr Alltag aus? Welche Handelsbeziehungen gab es? Was hat es mit den riesigen rituellen Feuerstellen, die hier gefunden wurden, auf sich? Das sind nur einige wenige Fragen, an deren Beantwortung wir aktiv mitarbeiten können. 

Ausgrabung - Experiment - Interpretation

2020 dürfen wir nicht nur beim Freilegen der außergewöhnlichen Befunde mitarbeiten - auch das Entnehmen von BodenprobenSchlämmen nach Makrofunden und besonders das Experimentieren gehören zum breitgefächerten archäologischen Programm. 

 

So soll z.B. im Zuge eines wissenschaftlichen Experiments die Funktion von Knochenwerkzeugen mehrerer Fundstellen ergründet, die Herstellung von Steinwerkzeug nachvollzogen und der ideale Brennvorgang für Tongefäße gefunden werden. 

Ein besonderes Highlight ist das Experiment zur Herstellung des steinzeitlichen "Superklebers" Birkenpech - es wurde bereits von Neandertalern genutzt, aber welche Rezepturen und Methoden gibt es, wie ist die Belastbarkeit?

 

Leichte Antworten gibt es keine und zumeist werfen sie neue Frage auf - jedoch ist es das, was Archäologen - ob freiwillige Helfer, oder professionell ausgebildete - antreibt: die Neugier nach und die Interpretation des gerade (Heraus-)Gefundenen.

 

Lust aufs Mitforschen?

Erlebe die Grabungen an der Mesolith-Siedlung hautnah!

Wir sind überaus erfreut, an einer solch bedeutenden Ausgrabung mitmachen zu dürfen. Wenn dich der Forschergeist gepackt hat, nimm Kontakt mit uns auf und reserviere dir deinen Platz in diesem Grabungskurs. Wir sind gespannt, was uns im Juni 2020 erwartet!

 

Zu weiteren Details melde dich bei uns per Mail an info@archaeologie-erlebnis.eu oder klick auf den Button mitmachen!

 

Erlebnis Archäologie

Erlebnis Mittelsteinzeit

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