Die Kreuzung zweier Fernverbindungen und die Existenz einer Furt, die die Querung der Saar ermöglichte, führten zur Gründung des Vicus Contiomagus nach dem Gallischen Krieg,
vermutlich um etwa 10 v. Chr.
Aus vorrömischer Zeit ist aus Contiomagus wenig bekannt. Eine befestigte Siedlung der Eisenzeit bestand in Sichtweite des Vicus auf einem Hügelrücken mit dem Namen Limberg. Unweit davon liegt
eine weitere befestigte Siedlung am Königsberg, die jedoch weit zurück in die späte Bronzezeit datiert.
Durch die ideale Verkehrslage fand reger Austausch mit umliegenden Städten und auch weiter entfernten Regionen statt, was der Stadt Wohlstand bescherte. Doch bereits am Ende des dritten Jahrhunderts kam es zu großflächigen Zerstörungen der Siedlung. Es folgte die Errichtung eines Kastells, dessen Außenmauern heute zum Teil auf unbebauten Grundstücken in Pachten liegen - direkt neben dem Römermuseum. Das Areal wurde geophysikalisch untersucht und wird ab 2025 ausgegraben - mit deiner Hilfe!
Fortsetzung 2026:
MO 13. - FR 17. April 2026 - 1 Platz frei
MO 20. - FR 24. April 2026 - ausgebucht
Optionales Treffen am Sonntagabend zum Kennenlernen für jene, die schon am Sonntag anreisen werden.
Kursbeitrag pro Person:
bis max. 10 Personen € 800,-
Nicht enthalten ist:
Wichtige Info zum Frühlingswetter:
Unsere Grabung wird komplett mit einem Zelt überdacht. Somit sind wir stets vor Regen und auch Wind geschützt. Bitte trotzdem an warme Kleidung denken!
Was beinhaltet der Kurs?
5 Tage archäologisches Lehrprogramm, bestehend aus:
Grabungsleitung:
Klaus Schindl BA, Erlebnis Archäologie
Hinweis:
Dieser Kurs ist keine Fachveranstaltung für Studierende der Archäologie, sondern für alle freiwilligen Teilnehmer frei zugänglich. Es werden keinerlei Vorkenntnisse benötigt.
Die Teilnahme ist ab einem Alter von 16 Jahren in Begleitung eines Erziehungsberechtigten möglich.

Im April 2025 wurde erstmals seit den 1960ern der Spaten wieder angesetzt. Zwei unbebaute Grundstücke innerhalb der alten Kastellmauern auf dem heutigen Ortsgebiet Pachten wurden mittels Georadar untersucht. Anhand dieser Ergebnisse wurde der Grabungsschnitt 2025 angelegt. Die Grabung der 60er Jahre erfasste eine O-W verlaufende Mauer, die den Tempelbezirk nach Norden begrenzte. In der Radarmessung waren parallel zu jener Mauer Anomalien sichtbar, die zur Interpretation zwei weiterer Mauern führte. Diese ungewöhnliche Anordnung von drei parallel verlaufenden Mauern um einen Tempelbezirk erschien besonders interessant, weshalb diese das Ziel der ersten neuen Grabungen sein sollten.
Doch bereits nach der ersten Grabungswoche stellte sich heraus, dass diese "Mauern" lediglich Reflektionen der bereits bekannten Mauer waren, die in den 1960ern bereits stellenweise ausgegraben wurde und die Messdaten fehlinterpretiert wurden.

Dennoch traten römische Befunde zutage: Drei sehr gut erkennbare Pfostenlöcher, die in einer Linie parallel zur Temenosmauer im Süden verlaufen. Es könnte sich dabei um die Reste der Innenbebauung des spätantiken Kastells handeln, von der bislang keine Gebäude bekannt sind. Da die Verteidigungsanlage erst am Ende des 4. Jahrhunderts errichtet wurde, ist nicht bekannt, wie lange diese in Verwendung war und ob die Innenfläche überhaupt mit mehr als nur provisorischen Gebäuden bebaut war. Die Pfostenreihe, die 2026 weiter verfolgt werden soll, ist ein wichtiges Indiz für die Erforschung des Kastells.
Das Grabungsareal wurde nach dem Abtragen aller Befunde bis auf den gewachsenen Boden um einen Schnitt an der Temenosmauer des Tempelbezirkes erweitert. Diese Mauer wurde bereits bei den Altgrabungen der 1960er Jahre erfasst und war auch klar und deutlich im Radarmessbild erkennbar. Bereits nach dem Entfernen der Grasnarbe kamen die Reste der Fundamente zutage, welches umgeben war von einer massiven Dachziegelschicht. Zufälligerweise könnte auch ein Durchgang durch die Mauer festgestellt werden.
Ziel der Grabungen 2026 ist es, die Fläche rund um die Temenosmauer zu erweitern und nach baulichen Befunden in direkter Umgebung zu suchen.
Im nächsten Schritt soll die Altgrabung am Tempel I mit einem Schnitt erfasst werden, um deren Grenzen sowie nicht beachtete Befunde zu dokumentieren und etwaige nicht geborgene oder wiedervergrabene Objekte zu bergen.
Die in Schnitt 1 dokumentierte Pfostenreihe soll in ihrer weiteren Ausdehnung untersucht werden.
Die Gründung von Contiomagus erfolgte nach der Eroberung der Region durch Caesar, vermutlich jedoch nicht vor dem Jahr 10 v. Chr. Die Lage an der Kreuzung zweier Straßen von Trier nach Straßburg und von Metz nach Mainz sowie die Möglichkeit, an dieser Stelle die Saar zu queren, begünstigten die Entwicklung eines Handelszentrums. Im Jahr 244 erfolgte die Errichtung einer Holzbrücke in Contiomagus.
Das Gebiet war vor der römischen Eroberung durch Treverer und Mediomatricer besiedelt, deren Namen heute auf den berühmten Sitzsteinen des Kulttheaters von Pachten erhalten sind. Siedlungen aus vorrömischer Zeit sind bekannt, jedoch ebenfalls weitgehend unerforscht und nur durch Zufallsfunde bekannt. Aus Pachten selbst stammt ein latènezeitliches Schwert, das wohl einer Bestattung zugehörig war.
Untenstehend drei Pläne der ersten Ausgrabung 2025:
