Archäologie zum Mitmachen

Kelten, Römer und Magyaren

Die Lafnitz von den Römern bis ins Mittelalter

Archäologie zum Mitmachen im Österreichischen Burgenland

Der Uferbereich des heute noch mäandrierenden Flusses Lafnitz bei Wörterberg im Südburgenland ist Schauplatz von über 1000 Jahren Siedlungsgeschichte. Siedlungs-strukturen und zahlreiche typische latènezeitliche Fundstücke, wie blaue Glasarmringe und mit Kammstrich verzierte Graphittontöpfe, zeugen von der Existenz einer eisenzeitlichen Siedlung. 

Verkehrsknotenpunkt an der Bernsteinstraße

Römische Hinterlassenschaften sind in Form einer Uferbefestigung, zweier Holzfässer und eines römischen Keramikbrennofens gefunden worden. Dies legt nahe, dass in römischer und vorrömischer Zeit das Lafnitzufer bei Wörterberg ein Handelsposten und Verkehrsknotenpunkt mit Flussübergang gewesen sein dürfte. Schon für die römische Kaiserzeit wird angenommen, dass die Lafnitz die Grenze zwischen den römischen Provinzen Noricum und Pannonien war.

Archäologie zum Mitmachen
Foto: Gundi Siegmeth

Archäologie zum Mitmachen in Österreich

Fünftägiger Kurstermin:

 

MI 11. August - SO 15. August 2021
Anreise am Vorabend empfohlen! 
Abholung von umliegenden Bahnhöfen nach Absprache möglich.

 

Kursbeitrag pro Person:

ab 6 Personen: € 750,-

bis max. 10 Personen

 

Im Beitrag ist eine Spende von € 200,- enthalten, die dem Forschungsprojekt überreicht wird und der Fortführung der wissenschaftlichen Arbeit dient.

 

Nicht enthalten ist:

  • Eigenanreise zur Grabung
  • Unterkunft (Wir nächtigen in Frühstückspensionen und Gasthäusern in näherer Umgebung. Gerne helfen wir dir bei der Buchung!)
  • Transporte vor Ort - wir bilden Fahrgemeinschaften!

 

 

Was beinhaltet der Kurs?

 

5 Tage archäologisches Lehrprogramm, bestehend aus:

  • Mitarbeit an der Ausgrabung in Wörterberg
  • Intensive Einschulung zum Projekt und zu Ausgrabungen im Allgemeinen sowie in div. archäologische Methoden
  • Eine Exkursion am Nachmittag/Abend bzw bei Schlechtwetter zu Fundstellen in der Umgebung
  • Betreuung durch die Archäologen des Vereins und das lokale  Team
  • Alle benötigten Werkzeuge
  • Hilfe bei der Kursvorbereitung (Anreise, Unterkunft) 

Kursleitung:

Leonie Höld (Grabungsteam Wörterberg)

Numa Stamm (Grabungsteam Wörterberg)

Klaus Schindl  (Erlebnis Archäologie)

 

Hinweis:

Dieser Kurs ist keine Fachveranstaltung für Studierende der Archäologie, sondern für alle freiwilligen Teilnehmer frei zugänglich. Es werden keinerlei Vorkenntnisse benötigt.

 


Forschung am Lafnitzufer

Ausgrabungen bei Wörterberg im Südburgenland

Archäologie zum Mitmachen
Foto: Leonie Höld

Die Lafnitz vom Mittelalter bis Heute

 

Nachdem die Gegend um Wörterberg nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches unter germanischer, awarischer und ungarischer Herrschaft war, dürfte die Lafnitz spätestens 1043 mit dem Ungarnfeldzug Heinrichs des Dritten wieder als Grenze zwischen Österreich und Ungarn fungiert haben. Seit 1921 bildet sie die Grenze zwischen der Steiermark und dem Burgenland.

 

 

Nicht nur die zahlreichen Siedlungsstrukturen und Funde, die bisher geborgen werden konnten, sondern auch die Nähe zur Bernsteinstraße bei der römischen Stadt Savaria (Szombathely) und die Lage am Grenzfluss Lafnitz zeugen von einer günstigen Siedlungsposition von vorrömischer Zeit bis ins Mittelalter und darüber hinaus.

 

Archäologie zum Mitmachen
Die posthornförmige Grabenstruktur, die 2021 weiter untersucht wird, Foto: Peter Pfeiffer

Ziel der Grabung 2021

 

Siedlungsspuren aus dem Mittelalter konnten auf unserer Fundstelle 2017 in Form von wenigen Scherben festgestellt werden, welche vermutlich in die ungarische Landnahmezeit (9./10. Jahrhundert) datieren. Sie stammen aus dem Zentrum einer aus der Bodenmagnetik bekannten posthornförmigen Grabenstruktur mit einem Durchmesser von rund 20 Metern, welche über einer römischen Grube liegt und somit gleich alt oder jünger als diese zu datieren ist.

 

Im Sommer 2021 wollen wir diese Grabenstruktur mit Euch nochmals genauer unter die Lupe nehmen. Dabei hoffen wir, eine bessere Datierung sowie Hinweise auf die Funktion dieser Struktur zu erlangen, welche wir bisher als Überreste einer befestigten Warte zur Sicherung des Lafnitzübergangs interpretieren.

 

Archäologie zum Mitmachen
Foto: Leonie Höld

Forschung am Lafnitzufer

 

Der Fund zweier gut erhaltener römischer Holzfässer - eines davon ist heute im Museum in Hartberg ausgestellt - gaben Anlass für die erstmalige archäologische Untersuchung des Lafnitzufers von 2003-2006.

Kontakte zum Entdecker der Fundstelle und dem Obmann des Vereins Lafnitztal Historik, Otto Pfeiffer, weckten 2017 das Interesse einer Gruppe von Archäologiestudenten, welche seither mit grossem persönlichen Einsatz jeden Sommer eine Ausgrabung in Eigenregie organisieren und ausführen. Das Grabungsteam setzt sich aktuell aus vier Personen - Numa Stamm, Maximilian Piniel, Ika Verdianu und Leonie Höld - zusammen, aus der Ferne unterstützt uns Prof. Erik Szameit.

 

 

Wir freuen uns darauf, nächsten Sommer mit Eurer tatkräftigen Mitarbeit unserer Fragestellung gemeinsam auf den Grund zu gehen!