MammuT, Faustkeil, Jagdmagie

Eine archäologische Reise

AUF DEN SPUREN DER EISZEITJÄGER IN SÜDWEST-FRANKREICH

Erlebnis Archäologie - Eiszeitkunst Europas

Eiszeitkunst Europas
© Klaus Schindl

West-Mitteleuropa vor über 40.000 Jahren: Homo sapiens - unsere Menschenart - besiedelt langsam aber stetig von Afrika aus kommend den europäischen Kontinent. Diese urzeitlichen Jäger und Sammler mussten sich an die harschen Gegebenheiten der hier vorherrschenden Eiszeit anpassen und doch fanden sie Zeit, um herausragende und berührende Kunstwerke in den finsteren Tiefen der oftmals von Natur aus wunderschön geformten Kalksteinhöhlen zu hinterlassen. Mammuts, Steinböcke, Riesenhirsche und Pferde werden im Schein der Fackeln zum Leben erweckt und erzählen für den Betrachter Geschichten aus dieser längst vergangenen Zeit. Doch waren unsere Vorfahren zu dieser nicht allein: auch der hier bereits seit Jahrhunderttausenden ansässige Neandertaler kommt neuesten Forschungsergebnissen zufolge durchaus für die Erschaffung von Eiszeitkunst in Frage. Gemeinsam mit einer Archäologin erkunden wir auf dieser Studienreise die enigmatischen Felsgravuren, Malereien und portablen Kunstobjekte, die die Menschen der Eiszeit in den pittoresken Landschaften der Dordogne, Aquitaniens sowie der Midi-Pyrénées hinterlassen haben und wandeln auf den ältesten Spuren der Menschheit in Europa.

Details zur Studienreise

Termin 2020:

SA 19. - MO 28. September 2020

10 tägige Studienreise

 

Preis:

Wird in Kürze angekündigt!

 

Gruppengröße: min. 15 Teilnehmer

max. 22 Teilnehmer

 

Hinweis: 
Für den Besuch mancher Höhlen ist ein leichter Anstieg zu bewältigen und daher moderate Fitness notwendig. Bei Unsicherheit informieren wir gerne über die genauen Details.

Leistungen:

  • 9 Übernachtungen mit Frühstück in 3* u. 4*-Hotels
  • Flüge nach/von Bordeaux aus verschiedenen Städten Österreichs und Deutschlands
  • Alle Transfers in klimatisiertem Reisebus
  • Lokale Führungen laut Detailprogramm
  • Höhlen und Museen laut Detailprogramm
  • Steuern 

Reiseprogramm

Eine archäologische Zeitreise

1. Tag: Anreise und Stadtführung Bordeaux

 

Der erste Tag unserer Reise soll gemütlich verlaufen: Nach der Ankunft am Flughafen Bordeaux werden wir ins Hotel gebracht, wo wir uns ein wenig entspannen können, bevor wir uns am Nachmittag wieder an der Rezeption treffen.

 

Bei einer Stadtführung lernen wir nun die „heimliche Hauptstadt“ Frankreichs kennen und spazieren durch das Historische Zentrum, welches zum UNESCO – Weltkulturerbe ernannt wurde. Imposante Bürgerhäuser reihen sich am Ufer der Garonne, die über die pittoreske Pont de Pierre überquert werden kann. Besonders sehenswert sind auch die romanisch-gotische Kathedrale Saint-André gemeinsam mit weiteren architektonischen Perlen aus längst vergangenen Zeiten.

2. Tag: Grotte de Pair-non-Paire, Abri de Chaire-á-Calvin und Musée d'Aquitaine

 

Der zweite Tag unserer Reise beginnt mit dem Besuch einer der kleinsten Bilderhöhlen in Frankreich, die allerdings mit einer Vielfalt wunderschöner Felsgravuren, z.B. einer seltenen Darstellung eines Riesenhirsches, besticht: die Grotte de Pair-non-Paire. Zum Zeitpunkt ihrer Entdeckung wiesen die Gravuren sogar noch Farbreste auf, was heutzutage allerdings nur noch schwer erkennbar ist. Die Höhle und ihre nähere Umgebung dürfte über einen langen Zeitraum hinweg lebensfreundliche Bedingungen geboten haben, da sie sowohl von Neandertalern, als auch von modernen Menschen über Jahrtausende hinweg immer wieder aufgesucht wurde.  

 

Unser Weg führt uns weiter an den nordwestlichsten Punkt der Reise: zum Abri de Chaire-á-Calvin. Noch bevor Johannes Calvin hier gepredigt haben soll, erschufen unsere Vorfahren bei diesem Felsüberhang vor etwa 17.000 Jahren ein berührender Fries, das unterem anderem eine trächtige Stute sowie eine Paarungsszene von Pferden darstellt.

 

Im Anschluss besuchen wir noch das Musée d’Aquitaine, in dem sich zahlreiche paläolithische Funde aus den von uns besuchten Höhlen befinden, wie z.B. die berühmte Venus von Laussel.

 

 

Rouffignac Eiszeitkunst Reise
Eingang zur Grotte de Rouffignac

3. Tag: Grotte de Rouffignac und Lascaux International Center

 

Ein Highlight unserer Reise erwartet uns am dritten Tag: Wir verlassen Aquitanien und begeben uns in die Dordogne, wo uns die „Höhle der Mammuts“ erwartet – Grotte de Rouffignac, 8 km lang, wurde sie im Magdalénien von Modernen Menschen liebevoll mit Höhlenbildern, besonders mit insgesamt 158 Darstellungen des berühmten eiszeitlichen Rüsseltieres, verziert. Den spärlichen Funden von Mammutknochen aus dieser Region nach zu urteilen, waren diese Tiere allerdings zu jener Zeit sehr selten, was vielleicht die paläolithischen Künstler dazu veranlasste, ihnen so viel Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Manche der „Bildergalerien“ sind bis zu 10 m hoch, andere über 12 m breit. Neben dem Modernen Menschen scheinen auch Höhlenbären die Grotte immer wieder aufgesucht haben – im lehmigen Terrain sind zahlreiche Spuren von Klauen dieser furchterregenden Tiere zu sehen.

 

Nach diesem kaum zu überbietenden Erlebnis geht es allerdings nicht minder beeindruckend weiter- wir fahren zum Lascaux International Center, wo uns die detailgetreue Nachbildung der Höhle von Lascaux erwartet. Bei Temperaturen um die 15 °C und tropfendem Wasser und nur wenig Licht fühlen wir uns, als wären wir tatsächlich an der Originalfundstelle der berührenden, teils mehrfarbigen eiszeitlichen Szenen, die unsere Vorfahren vor mindestens 17.000 Jahren erschufen.

Im zugehörigen Museum erfahren wir, welche Farben und ausgeklügelten Techniken die Eiszeitkünstler benutzten, um ihre teils enigmatischen Motive bis heute erstrahlen zu lassen.

Bernifal Lascaux Reise Eiszeitkunst
Eingang zu einer der vielen Höhlen rund um die Grotte de Bernifal

4. Tag: Grotte de Bernifal, Cap Blanc und Bootsfahrt auf der Dordogne

 

Nach dem Frühstück unternehmen wir eine kleine Wanderung durch den Wald, um zur versteckten Grotte de Bernifal zu gelangen. Diese unter Touristen kaum bekannte Fundstelle wartet mit beeindruckenden Tropfsteinformationen und besonders seltenen Darstellungen aus der Altsteinzeit auf uns, wie z.B. mit jener eines Esels. Mysteriöse Zeichen wie die sogenannten „Tektiformen“ entfachen unsere Phantasie beim Versuch, ihren Bedeutungen auf die Spur zu kommen.  

 

Im weiteren Verlauf des Vormittages besuchen wir einen weiteren Felsüberhang, der mit unglaublicher Kunstfertigkeit aus dem Fels herausgearbeiteten Figuren aufwartet: Cap Blanc. Je nach Licht und Schatten verändern sich die Tiere und scheinen regelrecht zum Leben zu erwachen, während verschiedene Perspektiven gar ganz neue Formen zum Vorschein bringen. Werkzeuge und Malutensilien wurden zusammen mit der Bestattung einer jungen Frau direkt unter den Skulpturen gefunden – handelte es sich dabei möglicherweise um die Künstlerin selbst?

 

Den Abschluss unseres Tages bildet eine entspannende Bootsfahrt auf der Dordogne, bei dir wir die wunderschöne von Kalksteinformationen geprägte Landschaft an uns vorbeigleiten lassen und uns versuchen vorzustellen, wie die Lebenswelt unserer Vorfahren in der Eiszeit wohl ausgesehen haben könnte. 

 

Font de Gaume Eiszeitkunst Archäologie
Das kleine Städtchen Les Eyzies de Tayac an der Dordogne

5. Tag: Font de Gaume, Les Eyzies de Tayac, Musée National de Préhistoire

 

In der Reisemitte erwartet uns eine der letzten, noch öffentlich zugänglichen, polychromen Höhlen Europas: Font de Gaume. Jahr für Jahr wird aufgrund von sensiblen Messdaten aus der Höhle entschieden, ob im nächsten Jahr noch Besucher zugelassen werden.

Wir dürfen uns also darüber freuen, dass wir noch die Möglichkeit bekommen, Wisente, Wildpferde, Rentiere, Wollnashörner und andere eiszeitliche Fauna beim schwachen Schein einer Taschenlampe bestaunen zu können.

 

Einen ganzen Nachmittag können wir nun der Erkundung der bezaubernden kleinen Stadt Les Eyzies de Tayac und des Musée National de Préhistoire widmen. Nach Lust und Laune können wir uns entweder mehr Zeit für die unglaubliche Fundvielfalt im Museum nehmen, oder etwas abkürzen und fakultativ noch das Abri de Cro Magnon – Fundort des berühmten „Cro Magnon“ Menschen – besuchen. Wer eine kleine Archäologie-Pause einlegen möchte, genießt einfach einen Spaziergang und Kaffee mit hervorragenden französischen Backwaren. 

Cougnac Bilderhöhle Frankreich
In der wunderschöne Tropfsteinhöhle von Cougnac

6. Tag: Cougnac und Pech Merle

 

Wir lassen heute auch die Dordogne wieder hinter uns und beginnen den Tag mit dem Besuch der Grottes préhistoriques de Cougnac, in welchen wir die ersten menschlichen Darstellungen zwischen den eindrucksvollen Tropfsteinen erblicken. Auch den Bildern von Riesenhirsch, Steinbock und Mammut werden in diesem mystisch anmutenden Höhlensystem im Lichte der Taschenlampen Leben eingehaucht.

 

Weiter geht es nach Pech Merle, der Höhle, die für ihre wunderschönen Pferdedarstellungen berühmt geworden ist. Die eiszeitlichen Künstler, die sich auch selbst mit zahlreichen Handnegativen verewigten, gaben sich besondere Mühe das gepunktete Fell der Wildpferde, die immer wieder auch zu ihrer Jagdbeute zählten, hervorzuheben. Auch Kinder hinterließen im lehmigen Höhlenboden ihre Fußspuren und dürften sich für manche Handnegative verantwortlich zeigen. Durch Regen und Erdrutsche wurde Pech Merle am Ende der letzten Kaltzeit luftdicht abgeschlossen, sodass die Bilder auch heute noch in den schönsten Farben erstrahlen. 

7. Tag: Niaux, Grotte de Bedeilhac

 

Endlich in den Pyrenäen angekommen, dürfen wir uns heute wieder auf ein absolutes Highlight der Reise freuen – auf die Höhle von Niaux.  Als einzige noch öffentlich zugängliche Höhle mit Felsbemalung im Süden Frankreichs erwartet sie uns mit zahlreichen, einst sogar polychromen Darstellungen eiszeitlicher Fauna in außergewöhnlicher Qualität – wie z.B. im berühmten Salon Noir. Bereits seit dem 17. Jahrhundert dürfte Niaux bekannt gewesen sein und Faszination auf die damaligen Menschen ausgeübt haben, denn einige der Wände sind mit zahlreichen Graffiti der frühen Neuzeit übersät.

 

Je nach Zeit besuchen wir im Anschluss auch die Grotte de La Vache, die vermutlich die Künstler, die Niaux lediglich zur Erschaffung der Felsbilder nutzten, zu gewissen Zeiten als Wohnstätte nutzten.

 

 

Den würdigen Abschluss unseres Tages bildet ein Besuch in der Grotte de Bedeilhac, in welcher die eiszeitlichen Künstler auf besondere Techniken zurückgriffen: auf die Modellierung von Ton. Aus dem hervorragend formbaren Material gestalteten sie z.B. ein Wisent und eine Vulva. Leider befinden sich diese für die Öffentlichkeit an einer unzugänglichen Stelle, wobei sich dennoch ein Besuch lohnt, denn auch im Rest der Höhle wurden die Wände mit mysteriösen Formen und Tieren verziert, einige davon auf besondere Art und Weise in Ton geritzt. Hier begegnen wir auch einigen positiven Handabdrücken unserer Vorfahren. 

8. Tag: Mas d'Azil und Stadtführung

 

Heute besuchen wir einen Fundort, der namens gebend für eine Epoche der Steinzeit war - dem Azilien, dem Übergang zwischen Jungpaläolithikum und Mesolithikum. Mas d’Azil wurde aber vor Allem durch die dort gefundenen, enigmatischen, mit Punkten bemalten Kieselsteinen sowie einer Schädelbestattung berühmt. Die Augenhöhlen des Schädels wurden mit kleinen Knochenplättchen ausgelegt. Wir freuen uns darauf, mehr über diesen außergewöhnlichen Fundplatz zu erfahren.

 

 

Unseren Nachmittag verbringen wir bei einer Stadtführung durch die pittoreske Altstadt von Mirepoix oder Toulouse – dies hängt davon ab, wo wir übernachten werden und wird bald bekanntgegeben. 

Eiszeitkunst Lascaux
Eine der wenigen anthropomorphen Darstellungen der Franko-Kantabrischen-Felsbildkunst

9. Tag: Grotte de Gargas und Freizeit in Bordeaux

 

Den krönenden Abschluss unserer Reise bildet am 9. Tag der Besuch von der Höhle von Gargas, eine der rätselhaftesten Fundstellen des jüngeren Paläolithikums. Neben den bereits zahlreich gesehenen Tierdarstellungen finden wir hier über 200 Handnegative, deren Großteil weniger als fünf Finger aufweist – ein Umstand der zu Spekulationen über rituelle Verstümmelungen geführt hat. Nach wie vor wird das Thema hitzig unter Wissenschaftlern diskutiert und ist Gegenstand zahlreicher Experimente. Ob nun tatsächliche Verstümmelung oder nicht, die Beweggründe für die Darstellung von unvollständigen Händen wäre bereits ausreichend um unsere Phantasie kräftig anzufachen.

 

Bevor wir uns ein letztes Mal zum gemeinsamen Abendessen treffen, kann der restliche Nachmittag frei in Bordeaux verbracht werden.

 

 

10. Tag: Flughafentransfer und Rückflug vom Flughafen Bordeaux

Hast du Lust bekommen, dich in das zumeist schwach beleuchtete Abenteuer zu stürzen und das eiszeitliche Frankreich mit uns zu erkunden?

Voranmeldungen werden gerne entgegengenommen:

Kontakt

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