Prähistorischer Bergbau

Früheste Kupfer- und Salzgewinnung Österreichs

 

Salzachtal und Salzkammergut - seit Jahrtausenden begehren die Menschen zwei der wichtigsten Rohstoffe, die die Prähistorie maßgeblich beeinflussten: Salz und Kupfer.


Beide Handelsgüter kommen in besagten Gegenden Oberösterreichs und Salzburgs in - zumindest für urgeschichtliche Siedler - unerschöpflichen Mengen vor. Salz, das weiße Gold, wird noch bis heute in den Alpen abgebaut.

 

Im Laufe der fortschreitenden frühen Bronzezeit, zumindest seit der Wende zum 2. Jahrtausend vor Christus, beginnt man im Salzachtal Kupfererze abzubauen und zu verhütten. Eines der wohl-bekanntesten Artefakte, bei dem man sich des Mitterberger Kupfers bediente, ist die Himmelsscheibe von Nebra. Die Salzburger Erzvorkommen sollten in den nächsten Jahrhunderten eine der wichtigsten Lagerstätten Europas werden.

 

Hallstatt - Blick aus dem Hochtal.
Hallstatt - Blick aus dem Hochtal.

Im Alltagsleben zumindest genauso bedeutend wie Kupfer, ist der begehrte Rohstoff Salz - das einzige Mittel, um Lebensmittel dauerhaft zu konservieren. Das Zentrum der urgeschichtlichen Salzproduktion in den Alpen ist das weithin bekannte Hallstatt, nachdem auch die Epoche der Hallstattkultur benannt ist, die sich in der späten Bronzezeit beginnend, bis in das 5. Jahrhundert v. Chr. erstreckt.

 

Beide Fundorte und deren zugehörige, umliegende Fundstellen sowie Museen werden auf dieser Exkursion besichtigt. Führungen an den Besichtigungspunkten übernehmen die lokal beteiligten Forscher und Archäologen - eine Gelegenheit, die man sonst nur schwer bekommt.

Begleite uns zu den Wirtschaftszentren der Bronze- und Eisenzeit und befahre jahrtausendealte Bergwerkstollen!

 

 

Exkursionstermin:

SA 18. Mai - DI 21. Mai 2019
Anreise am Freitag 17.5. empfohlen.

AUSGEBUCHT
Herbsttermin 2019 in Planung

 

Exkursionsbeitrag pro Person:

bei 4 Personen: € 520,-

bei 5 Personen: € 430,-

bei 6 Personen: € 375,-
bei 7 Personen: € 330,-

bis 8 Personen: € 305,-

 

Für den Transport während der Exkursion bilden wir Fahrgemeinschaften. Bitte gib bei der Anmeldung an, ob du deinen PKW für die Gruppe zur Verfügung stellen möchtest.

 

Wir nächtigen im zentral gelegenen Ort Golling. Gerne reservieren wir die Unterkunft für die gesamte Gruppe im Gästehaus Sunkler.

Solltest du privat bei Freunden, Bekannten oder auch am Campingplatz übernachten wollen, ist dies selbstverständlich kein Problem.

 

 

Archäologische Begleitung und Führungen durch:

Sebastian Krutter, BA (Museum Burg Golling)

Robert Pils (Verein Montandenkmal Arthurstollen)
Mag. Johann Rudorfer (NHM Wien)

Klaus Schindl, BA (Erlebnis Archäologie)

 

Leistungen:

  • Fachkundige Führungen vor Ort durch beteiligte Wissenschaftler
  • Eintritte in alle besuchten Museen und Bergwerke
  • Seilbahnfahrt ins Hochtal von Hallstatt

 


Exkursionsprogramm

Die Salzach verbindet die inneren Alpen mit dem Voralpenraum.
Die Salzach verbindet die inneren Alpen mit dem Voralpenraum.

Tag 1: Hallein und Dürrnberg

Nach dem Eintreffen aller Teilnehmer zu unserem gemeinsamen Treffpunkt in Golling begeben wir uns in eines der wichtigsten prähistorischen Wirtschaftszentren im Alpenraum - nach Hallein. Hier wurde Salz von der späten Eisenzeit bis in die Neuzeit abgebaut. Große Bedeutung für die Archäologie hatte der Bergbau in der Latènzeit, die von einigen auch als Keltenzeit angesprochen wird. Neben einer Führung durch die ehemalige prähistorische Siedlung und das berühmte Gräberfeld steht auch ein Besuch im Keltenmuseum Hallein am Programm, in dem wir nicht nur die Funde aus den reichen Gräbern sondern auch aus dem prähistorischen Bergwerk selbst bestaunen können. Die Holzerhaltung ist sensationell - viele Gebäudereste ließen erstmals detailliertes Wissen zu Architektur und Zimmermannstechnik der Eisenzeit zu.

 

Arbeiten im neuzeitlichen Arthurstollen, über den bronzezeitliche Abbauspuren zu finden sind.
Arbeiten im neuzeitlichen Arthurstollen, über den bronzezeitliche Abbauspuren zu finden sind.

Tag 2: Ursprünge des Kupfererzabbaus
Von Golling aus fahren wir die Salzach flussaufwärts über den einst sehr schwer überwindbaren Pass Lueg ins heutige Bischofshofen - hier befinden sich die Kupferabbaugebiete um den weithin bekannten Mitterberg, von dem auch das Kupfer der Himmelsscheibe von Nebra stammt. Zahlreiche bronzezeitliche Siedlungen, die über den Handelsweg über den Pass Lueg nach Norden herrschten, warten hier noch auf ihre archäologische Erforschung. Unseren Ausflugstag widmen wir heute zur Gänze dem Bergbau in und um den Arthurstollen, in dem zahlreiche Ausgrabungen stattfanden und noch heute durch den lokalen Verein zur Erhaltung des Arthurstollens mit viel persönlichem Einsatz wissenschaftliche Tätigkeit betrieben wird. Niemand kennt das Bergbaugebiet so gut wie Robert Polzer, der uns an diesem Tag mit seinem Wissen und seinem riesigen Enthusiasmus begeistern wird.

 

Salzabbau mit rekonstruierten bronzezeitlichen Pickeln.
Salzabbau mit rekonstruierten bronzezeitlichen Pickeln.

Tag 3: Salzbergbau und Leben im urgeschichtlichen Hallstatt
Für viele Archäologiebegeisterte ist Hallstatt das Zentrum der prähistorischen Bergbauforschung, doch die wenigsten hatten bisher das Vergnügen, die archäologischen Fundstellen zu besichtigen, die im Netzwerk der neuzeitlichen Stollen angefahren wurden und nun vom Team des Naturhistorischen Museums Wien wissenschaftlich untersucht werden. Gemeinsam mit einem Archäologen des Teams befahren wir diese tief in den Berg reichenden Stollen, bis hinunter zum Fundort der bronzezeitlichen Stiege, wo unzählige Abfälle der einstigen Bergleute konserviert auf ihre Erforschung warten.

Das Hochtal Hallstatts erreichen wir mit der Seilbahn, die direkt zum Gräberfeld führt, das wir auf dem Weg zum Stollen begehen werden.

 

Funde aus der Umgebung werden im Museumsdepot Burg Golling bestaunt.
Funde aus der Umgebung werden im Museumsdepot Burg Golling bestaunt.

Tag 4: Landschaft, Wirtschaft und Menschen zwischen Mitterberg und Hallstatt
Den letzten Ausflugstag widmen wir der archäologischen Landschaft um die besuchten Bergbaugebiete. Ausgehend vom Pass Lueg, dem einzigen Übergang aus dem inneralpinen Raum in die Voralpen entlang der Salzach, besuchen wir rund um die heutige Stadt Golling einige Siedlungsplätze von der Bronzezeit bis in das Mittelalter, die direkt vom Kupfer- und auch Salzhandel über den Pass Lueg abhängig waren. Begleitet werden wir vom Archäologen Sebastian Krutter, Mitarbeiter im Museum Burg Golling, der Spezialist für die frühe Metallwirtschaft im Salzburger Raum ist. Als weiteres und auch letztes Highlight unserer Exkursion führt uns Sebastian durch das Depot der Burg Golling, wo archäologische Fundstücke aus nächster Nähe betrachtet werden dürfen.