Der Limes im Donaudelta

Die römische Festung Halmyris

Ausgrabungen für Freiwillige an der Schwarzmeerküste

Eine archäologische Reise

Halmyris Ausgrabung Freiwillige
© Cucospetrudaniel unter CC BY-SA 3.0 ro auf Wikimedia Commons

Halmyris - 1.500 Jahre Geschichte

Bronzezeitliche Festungsanlage - Griechisches Handelszentrum - Römisches Fort und Hafenstadt - Byzantinische Militär- und Zivilstadt. Im Donaudelta an der rumänischen Schwarzmeerküste warten 15 Jahrhunderte Ur- und historische Geschichte darauf, von uns entdeckt zu werden. 

Ausgrabungen für Freiwillige im Biosphären-Reservat und einer UNESCO Kulturerbe-Stätte

Im größten zusammenhängenden Sumpfgebiet  und in einer der am dünnsten besiedelten Regionen der gemäßigten Zone Europas begeben wir uns auf die Spuren antiker Zivilisationen. 

 

Lediglich vor rund 5.000 Jahren hatte das Donaudelta begonnen, sich aus einer Bucht des Schwarzen Meeres herauszuformen um eine feuchte und fruchtbare Landschaft zu bilden, die sich bis heute erhalten hat. Die reiche Vielfalt an Wild, Fischen und Vögeln, die sich auch heute noch in der weltweit weitläufigsten Schilffläche tummeln, bot den sich hier niederlassenden Menschen zusätzlich besonders gute Siedlungsvoraussetzungen. 

 

Obgleich bereits seit der Bronzeit besiedelt, sind die ersten namentlich überlieferten Einwohner des Donaudeltas indoeuropäische Reitervölker - Stämme der Geten, die hier ab dem 7. vorchristlichen Jahrhundert Handelsbeziehungen zu Griechischen Stadtstaaten unterhielten - dies bildete den Anfang des später Halmyris genannten Ortes, der in den folgenden Jahrhunderten zahlreiche Blütephasen erleben, aber auch Schauplatz großer Verwüstung werden würde.

 

Im Sommer 2020 liegt es an uns, gemeinsam mit Archäologen der Universität Durham, diesem mittlerweile beliebten Urlaubsort für Naturliebhaber die Geheimnisse seiner bewegten Vergangenheit zu entlocken. 

Archäologie Volontär
römische Ausgrabung Volontär


Details zum Grabungskurs - Erlebnis Archäologie

Kurstermin:

SA 04.07.2020 - SO 12.07.2020

9-tägiger Grabungskurs mit Exkursionen.

 

Kursbeitrag pro Person:

ab 5 Personen € 1.370,-

ab 6 Personen € 1.280,-

bis max. 7 Personen € 1.220,-

 

Im Beitrag ist eine Spende von € 350,- enthalten, die an das Forschungsprojekt überreicht wird und der Fortführung der wissenschaftlichen Arbeit dient.

 

Nicht enthalten ist:

  • Eigenanreise nach Bukarest (Abholung vom Flughafen nach Absprache inklusive - bitte vor der Flugbuchung um Koordination mit Erlebnis Archäologie)
  • Unterkunft (Zimmer im Steaua Apelor Resort in Nufaru,  das separat zu bezahlen ist, sind bereits reserviert. Zimmerpreis ca. 55 € pro Nacht in Einzel- und Doppelbelegung)
  • Verpflegung (auf der Grabung gesellen wir uns für das Mittagessen zum Grabungsteam in einem nahe gelegenen Restaurant. Die Preise sind für mitteleuropäische Verhältnisse günstig.)

 

Was beinhaltet der Kurs?

 

Intensives archäologisches Programm, bestehend aus:

  • Mitarbeit an der Ausgrabung in Halmyris
  • 2 ganztägige Exkursionen (etwaige Eintritte sind separat zu bezahlen)
  • Alle Transporte vor Ort
  • Intensive Einschulung zum Projekt und zu Ausgrabungen im Allgemeinen sowie div. archäologische Methoden
  • Workshops zu Dokumentation und Fundbestimmung 
  • Betreuung durch einen Archäologen des Vereins und das lokale Team
  • Alle benötigten Werkzeuge
  • Hilfe bei der Kursvorbereitung (Anreise, Unterkunft)

 

Kursleitung:

Universität Durham und Erlebnis Archäologie

 

Hinweis:

 

Dieser Kurs ist keine Fachveranstaltung für Studierende der Archäologie, sondern für alle Interessierten frei zugänglich. Es werden keinerlei Vorkenntnisse benötigt.


Archäologie mitmachen

Archäologische Exkursionen zu einzigartigen Orten im Donaudelta

Bei diesem Grabungskurs nehmen wir uns zwei Tage Zeit, gemeinsam die Gegend zu erkunden. Wir besuchen archäologische Stätten und Museen dieser reichen Kulturlandschaft und unternehmen eine Bootsfahrt durch das malerische Donaudelta.

Archäologie zum Mitmachen
Histria - Griechisches Handelszentrum am Schwarzen Meer © Carole Raddato unter CC BY-SA 2.0 auf Wikimedia Commons
Ausgrabung Kurs mitmachen
Römische Festung von Aegyssus ©Rotaru Florin unter CC BY-SA 4.0 auf Wikimedia Commons
Archäologie Donaudelta
Bootsfahrt im Donaudelta

Halmyris - eine Geschichte von Blütezeit, Krieg und Legenden

Eine Reise in die Archäologie des Donaudeltas

Ausgrabung Donaudelta Reise

Die archäologische Stätte von Halmyris kann auf eine mehrere Jahrhunderte alte Geschichte zurückblicken - nicht zuletzt war der Ort in der lokalen Folklore bereits durch Legenden von den Heiligen Epictet und Astion bekannt. Seit 1981 finden dort Ausgrabungen statt, die bisher allerdings lediglich einen Bruchteil der noch zu erwartenden Befunde zutage förderten. 

 

In der Urgeschichte befand sich die Landzunge, wo später Halmyris entstehen sollte, näher beim Fluss, als dies heute der Fall ist. Gemeinsam mit der fruchtbaren Landschaft und der zusätzlichen Lage an der Schwarzmeerküste bedeutete dies eine strategisch besonders günstige Position für eine Besiedlung. 

Die ersten namentlich erwähnten Siedler waren die Geten, ein indoeuropäisches Reitervolk. Archäologischen Spuren wie zahlreichen Kremationsbestattungen nach zu urteilen, besetzten sie das Land in zwei Phasen, zunächst vom 6. bis 3. Jahrhundert und später vom 2. bis 1. Jahrhundert v. Chr. 

Funde von griechischer Keramik zusammen mit getischen Pfeilspitzen deuten darauf hin, dass die Geten  regelmäßige Handelskontakte zu griechischen Zentren entlang der Schwarzmeerküste, wie z.B. zum nahe gelegenen Histria unterhielten. Von den Griechen stammt auch der Name "Halmyris" der "Salzwasser" bedeutet - möglicherweise hatten sie hier auch ein Handelszentrum errichtet, obgleich hierfür noch die Beweise fehlen. 

Archäologische Ausgrabungen für Volontäre - Erlebnis Archäologie

Archäologische Reise
© Strainu unter CC BY-SA 4.0 auf Wikimedia Commons

 

28 v. Chr.  gelang es dem römischen Feldherrn Marcus Licinius Crassus das Volk der Geten zu unterwerfen und ihre Gebiete zur Provinz Macedonia zu annektieren. Fast 60 Jahre später wurde auch Histria von den Römern erobert und ab der Flavischen Periode (69 bis 96 n. Chr.) bildete die untere Donau die Grenze des damaligen römischen Reiches in der Region. In diese Zeit datiert auch die erste römische Befestigungsanlage in Form einer Holz- und Erde-Konstruktion. Als Antwort auf die ständige Bedrohung durch die Dakier teilte Domitian 87 n. Chr. die damalige Provinz Moesia in zwei Teile um eine starke Verteidigung zu implementieren. Unter Trajan wurde schließlich das erste Castrum aus Stein mit rechteckiger Wallanlage, rechteckigen Türmen und einem Tor in jeder Mauerseite errichtet. 

In weiteren Jahren wurde die Befestigung weiter ausgebaut und wies im Inneren zahlreiche Barracken, Thermen bzw. ein privates Badehaus sowie eine Basilika auf. 

 

Auch als Ort von religiöser Bedeutung sticht Halmyris hervor: 290 n. Chr. sollen hier die Heiligen Epictet und Astion auf Befehl Diocletians den Märtyrertod gestorben sein. Ihre Bestattungen wurden zwischen 2001 und 2004 von Prof. Mihail Zahariade in einer Krypta entdeckt. 

 

 

 

Archäologie Rumänien
© Strainu unter CC BY-SA 4.0 auf Wikimedia Commons

Im Winter 384/85 n. Chr. kam es zur ersten großflächigen Zerstörung von Halmyris - das Zufrieren der Donau ermöglichte es den Goten, den Fluss zu überqueren und das Fort zu überfallen. Nur wenige Jahrzehnte später, 390 n. Chr., eroberten die weithin gefürchteten Hunnen auf ihrem Weg nach Mitteleuropa Halmyris, wobei es ihnen sogar gelang die Festung einige Zeit zu halten. Nach der Rückeroberung durch die Römer zerstörten die Hunnen die Befestigungsanlage 408 n. Chr. jedoch vollends. 

In weiterer Folge kam es immer wieder zu Phasen des Wiederaufbaus und der Zerstörung, mit nennenswerten baulichen Veränderungen durch Theodosius und Anastasius und Justinian, die ihre zahlreichen Spuren in spannenden Befunden hinterlassen haben. 

 

Seit dem 4. Jahrhundert hatten jedoch mehrere Erdbeben zur Verschiebung des Donauverlaufs geführt, wodurch Halmyris nun stetig an wirtschaftlicher und militärischer Bedeutung verlor. Im 7. Jahrhundert wurde das oströmische Fort schließlich auch von den byzantinischen Truppen zurückgelassen, die sich nun im Osten am Persischen Krieg beteiligten. 

681 n. Chr. trat Constantin IV Halmyris an die Bulgaren ab, wodurch es offiziell Teil des ersten Bulgarischen Reiches wurde, obgleich keinerlei archäologische Funde auf bulgarische Militärpräsenz hindeuten. 

 

 

Abenteuer Ausgrabung - Ein unvergessliches Erlebnis

Limes Ausgrabung mitmachen

Stattdessen wurden die Ruinen des ehemals so blühenden Zentrums von mittelalterlichen Bauern besiedelt, die in den noch hochragenden Mauern nach Schutz suchten. Im Laufe der Zeit wurde die Stätte immer mehr von Donausand überdeckt, bis bald nur noch wenige Mauerkronen und Turmspitzen für aufmerksame Beobachter zu sehen waren. Inspiriert durch lokale Legenden im Zusammenhang mit den Heiligen Epictet und Astion, wurde über den Ort als Versteck eines großen Goldschatzes, der von Geistern bewacht wird, gemunkelt, bis er vollends in Vergessenheit geriet. 

 

 

 

Nun liegt es an uns, Halmyris seine Geheimnisse zu entlocken - sei dabei, wenn wir uns im Sommer 2020 auf die Suche nach archäologischen Spuren aus 1.500 Jahren bewegter Geschichte begeben!

Erlebnis Archäologie in Halmyris

Sofern nicht anders ausgewiesen, liegt das Copyright für alle Bilder bei Archaeology at Halmyris.