Keltische Ohrringe

Kleine Schmuckstücke in Form einer keltischen Münze aus Kärnten

 

Nach der Entdeckung einer kleinen Silbermünze im Jahr 2018, entschloss sich Projektleiter Stefan Pircher, eine kleine Serie von Ohrsteckern aus Silber herstellen zu lassen. Der Erlös aus dem Verkauf wird dem Grabungsprojekt in Mühldorf zugute kommen, das im Sommer 2020 weitergeht.

 

Für € 35,- zzgl. Portokosten können die Ohrstecker bei Stefan Pircher erworben werden.

Wir ersuchen um Kontaktaufnahme per E-Mail: spircher@uni-koeln.de


Zur Geschichte der Münze schreibt Pircher:

 

Zu den ältesten auf der Haselangerwiese sicher gestellten Münzen 

zählen einerseits eine Tetradrachme vom Typ Kugelreiter (Taf. 1, A1), 

andererseits eine Obole (Taf. 1, A2) aus vorrömischer Zeit. Die 

indigene Prägung mit Apollo-Kopf am Avers und Reiter am Revers 

entspricht der von R. Göbl vorgeschlagenen B2 Tinco-Stufe mit der 

Stempelkombination 2F-20. Im Gegensatz zum von Göbl angeführten 

Exemplar zeigt der Revers-Stempel des Mühldorfer Stücks eine weniger 

starke Abnützung.

Den Beginn der Kugelreiterprägungen sieht P. Kos im norischen sowie tauriskischen Einflussgebiet um die Mitte des 2. Jh. v. Chr.. G. Dembski setzt das Einsetzen der frühesten Kugelreitertypen rund eine Dekade später an und ordnet die ersten einheimischen Tetradrachmen der von ihm vorgeschlagenen ältesten Prägephase – von 140/130 bis 100 v. Chr. – zu. Zu einer jüngeren Prägeperiode gehörig sieht Kos die TKN B2-Gruppe, da Vertreter der sogenannten Tinco-Stufe in den ältesten indigenen Münzhorten von Haimburg und Enemonzo fehlen. 

 

Durch diese relativchronologische Einordnung ergibt sich für die Kugelreiter-Prägung aus Mühldorf eine Datierung um 100 v. Chr. Wesentlich schwieriger gestaltete sich die Bestimmung des auf der Haselangerwiese gefunden Kleinsilbers. Am Avers lassen sich die Umrisse erkennen, die einen nach links blickenden Pferdekopf andeuten. Die Rückseite zeigt ein einfaches Kreuz mit einem Punkt auf der Kreuzmitte und vier spitzen Winkeln in den Ecken, die mit der Spitze zum Zentrum der Münze hin orientiert sind. Aufgrund dieser stilistischen Merkmale lässt sich die Obole nicht einwandfrei einem bereits bekannten Münztyp zuordnen.

 

 

Eine vergleichbare Prägung aus einem Hortfund von Kobarid (SLO) präsentieren P. Kos und B. Žbona Trkman: Die Rückseite der Kleinsilberprägung aus Kobarid entspricht jener aus Mühldorf; die Vorderseite hingegen differiert stark. Zwar lassen sich auf dem Exemplar aus Kobarid mehrere Punkte und Linien auf dem Avers erkennen, aber nicht einwandfrei deuten. Als Deponierungszeitraum für den Münzhort aus Kobarid schlagen Kos und Žbona Trkman die zweite Hälfte des 2. Jh. v. Chr. vor. Dadurch ergibt sich für das Mühldorfer Stück ein terminus post quem, wodurch eine Zuordnung zur ersten Prägeperiode nach Dembski von 140/130–100 v. Chr. vorgeschlagen wird. 

Über den Münzumlauf der indigenen Produktion bemerken sowohl Dembski als auch U. Schachinger, dass um 15 v. Chr. keine Tetradrachmen mehr geschlagen wurden. In der Folge verschwanden die Kugelreitertypen schnell aus dem lokalen Umlauf. Das Kleinsilber hingegen zirkulierte noch bis in claudische Zeit.

 

 

Hinweis: Der Verein Erlebnis Archäologie profitiert in keinster Weise durch den Verkauf und stellt die Webpräsenz lediglich als Werbeplattform zur Verfügung. Für die Rechnungslegung, den Versand und das erworbene Produkt ist Stefan Pircher verantwortlich.